EU-Kommission bestätigt angemessenes Datenschutzniveau
Die Europäische Kommission hat am 26. Januar 2026 einen Angemessenheitsbeschluss für Brasilien erlassen. Damit wird bestätigt, dass Brasilien ein Datenschutzniveau bietet, das dem europäischen Standard im Wesentlichen entspricht. Der Beschluss schafft mehr Rechtssicherheit für Unternehmen, Behörden und Forschungseinrichtungen beim Austausch personenbezogener Daten zwischen der EU und Brasilien.

Grundlage der Entscheidung
Im Rahmen der Angemessenheitsprüfung nach Art. 45 DSGVO bewertet die Europäische Kommission das gesamte Datenschutzsystem eines Drittlands. Dabei prüft sie insbesondere, ob unabhängige Datenschutzaufsichtsbehörden bestehen, die die Einhaltung der Vorschriften überwachen, ob Datenschutzverstöße tatsächlich untersucht und sanktioniert werden und ob betroffene Personen die Möglichkeit haben, Beschwerden einzureichen oder ihre Rechte vor Gerichten wirksam durchzusetzen.
Die Entscheidung für Brasilien stützt sich maßgeblich auf das brasilianische Datenschutzgesetz Lei Geral de Proteção de Dados (LGPD), das seit 2018 gilt. Das Gesetz enthält grundlegende Datenschutzprinzipien, Rechte für betroffene Personen sowie Pflichten für Unternehmen und ist in weiten Teilen an die DSGVO angelehnt.
Darüber hinaus verfügt Brasilien mit der Autoridade Nacional de Proteção de Dados (ANPD) über eine zentrale Aufsichtsbehörde, die die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben überwacht und über Untersuchungs- und Sanktionsbefugnisse verfügt.
Internationale Datentransfers nach der DSGVO
Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellt besondere Anforderungen an die Übermittlung personenbezogener Daten in Länder außerhalb der Europäischen Union bzw. des Europäischen Wirtschaftsraums.
Um sicherzustellen, dass das durch die DSGVO gewährleistete Datenschutzniveau nicht untergraben wird, sind solche Übermittlungen nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Ein angemessenes Schutzniveau kann entweder durch einen Angemessenheitsbeschluss der Europäischen Kommission nach Art. 45 DSGVO oder durch geeignete Garantien, etwa Standardvertragsklauseln, sichergestellt werden.
Liegt ein Angemessenheitsbeschluss vor, können personenbezogene Daten ohne zusätzliche Transferinstrumente in das betreffende Drittland übermittelt werden.
Bedeutung für Unternehmen
Mit dem Angemessenheitsbeschluss können personenbezogene Daten künftig ohne zusätzliche Garantien aus der EU nach Brasilien übermittelt werden. Datentransfers werden damit rechtlich weitgehend wie Übermittlungen innerhalb der EU behandelt.
Für Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen nach Brasilien bedeutet dies insbesondere:
- geringerer administrativer Aufwand;
- höhere Rechtssicherheit bei Datentransfers und
- mögliche Vereinfachungen bestehender Vertragsstrukturen.
Fazit & Handlungsempfehlungen
Der Angemessenheitsbeschluss für Brasilien erleichtert den Austausch personenbezogener Daten zwischen der EU und Brasilien erheblich.
Unternehmen sollten bestehende Transfermechanismen überprüfen und insbesondere prüfen, ob Standardvertragsklauseln, die ausschließlich für Transfers nach Brasilien eingesetzt wurden, weiterhin erforderlich sind.
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